Die zweite Nacht war wesentlich ruhiger aber der Morgen genauso kalt und feucht wie am Vortag. Die beiden Niederländerinnen hatten uns eine Tour zu den Martuljek Wasserfällen empfohlen und so ging es nachdem wir unser Lager zusammengepackt hatten, mit dem Auto zum lediglich 10 Minuten entfernten Parkplatz, von dem aus unsere Wanderung beginnen sollte. Nach einer Stunde Aufstieg, teils ganz idyllisch zwischen Felswand und Bach, entlang an hunderten von Steinmännchen, über Brücken und durch Kiesbecken waren wir dann am ersten Wasserfall, welcher über drei Stufen eine teils über 110 m hohe senkrechte Wand herabfällt. Das war schon mal sehr beeindruckend. Noch spektakulärer war jedoch der zweite Wasserfall. Zwar war es gar nicht so leicht den Weg dorthin zu finden und auch der Anstieg erwies sich als enorm steil...kurz vor dem Wasserfall mussten wir sogar noch einen Klettersteig gehen aber als wir dann fast direkt unter dem Wasserfall standen, waren wir ziemlich überwältigt. Wäre er nicht zu kalt gewesen, hätten wir uns vielleicht sogar mal kurz drunter gestellt.
Ganz am Rande, was mich schon nach diesen zwei Tagen irritierte war die Ausstattung mancher Wanderer, welche sich auf so eine Tour begeben. Teilweise mit offenen Sandalen auf abschüssigen Geröllwegen oder mit T-Shirt und kurzer Hose bei gefühlten 14 Grad im Wind. Viele sind auch körperlich einfach nicht fit oder in der Lage. Auf unserem Rückweg mussten wir einer älteren Dame gute 10 Minuten helfen, weil sie sonst nicht mehr den Klettersteig zurück vom Wasserfall geschafft hätte. Sie hatte Höhenangst und zitterte am ganzen Körper. Wir trafen sie dann wieder an einer Berghütte und sie hat sich dann bei uns beiden mit einem Radler bedankt. Wir haben dann noch eine gute halbe Stunde miteinander verbracht und über alles Mögliche geredet bevor es dann zurück zum Parkplatz ging.
Nach einer kurzen Pause sind wir noch zu einem weiteren
Wasserfall, den Slap Pericnik gefahren. Für mich war es einer der schönsten und
faszinierendsten Wasserfälle, die ich bisher je gesehen habe. Man fühlte sich ein
wenig wie im Amazonas, die Luftfeuchtigkeit war sehr hoch und die Umgebung war
in ein sattes Grün getaucht. Der Wasserfall hatte eine Höhe von ca. 55m und
man konnte hinter der Kaskade durchlaufen. Das war schon ein besonderes
Erlebnis. Damit aber nicht genug, wenn man den Weg weiter nach oben ging, erwartete einen ein zweiter, fast identischer Wasserfall. Nicht ganz so groß aber auch sehr
imposant.
Ziemlich erschöpft vom Wandern und den tollen Erlebnissen, fuhren wir dann
schon recht spät zu unserem zweiten Campingplatz, den "Camp Triglav". Dieser
war wesentlich moderner als der erste ausgestattet und so kamen wir nach dem
Zeltaufbau noch zu einer verdienten heißen Dusche bevor es ins Zelt ging.

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